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Neuengland in dunklen Tagen

Sarah Orne Jewett


Übersetzerin: Almut Oetjen

 

Der Letzte der Nachbarn ging nach Hause; die übereifrige Mrs. Peter Downs hatte lange verweilt und suchte nach zusätzlicher Hausarbeit, mit der sie ihre Anwesenheit verlängern konnte. Sie hatte unaufhörlich geredet und schwirrte wie eine fleißige Biene umher, als sie dabei half, das gute irdene Geschirr nach dem Beerdigungsmahl wegzuräumen, während die Schwestern Betsey und Hannah Knowles immer ungehaltener und redeunwilliger wurden. Schließlich zündeten sie eine einzelne kleine Öllampe an, wie für einen beschaulichen Sonntagabend, und stellten sie auf den Seitentisch in der Küche.

„Wir haben nich’ vor, den Abend lang werden zu lassen“, teilte Betsey, die Ältere, mit, als sie in erwartungsvoller, endgültiger Weise vor Mrs. Downs stand, wobei sie eine unwiderstehliche Möglichkeit schuf, Gute Nacht zu sagen. „Ich bin sicher, dass wir dir mehr als verpflichtet sind – nich’ wahr, Hannah? – aber ich denk nich’, dass wir dich noch länger aufhalten sollten. Heute Abend machen wir nichts mehr, außer uns ’ne Weile zu setzen und zu sammeln und dann fürs Bett fertig zu machen.“

Susan[1] Downs bot noch einen Vorwand an. „Ich würd’ die ganze Nacht bei euch bleiben und das gern; es wird schon spät – und dunkel“, fügte sie schlicht hinzu; aber die Schwestern schüttelten schnell den Kopf, und Hannah sagte, dass sie sich genauso gut jetzt schon ans Alleinsein gewöhnen könnten, da ihnen früher oder später nichts anderes übrig bleiben würde. Ungeachtet ihrer selbst war Mrs. Downs gezwungen, ihren besten Beerdigungshut und den Schal anzuziehen und den Heimweg anzutreten.

„Verschlossene alte Jungfern!“ grummelte sie, als die Tür nur zu schnell hinter ihr zufiel und ihr das Licht der Lampe auf dem Fußweg verwehrte. Plötzlich kam vom Fenster ein heller Strahl, als hätte jemand die Gardine beiseite geschoben und stünde mit der Lampe nahe am Rahmen des Schiebefensters. „Das is’ Hannah“, sagte der sich entfernende Gast. „Sie hätt’ mir die Dinge erzählt, das weiß ich, wenn Betsy nich’ da gewesen wär’. Fällt mir nich’ im Traum ein, mich noch mal für die beiden abzuschuften.“ Aber so grollend dies auch gesagt wurde, teilte Mrs. Downsens Gewissen ihr mit, dass der Fleiß der vergangenen zwei Tage ihrerseits ein wenig eigennützig gewesen war; sie hatte gehofft, in der Aufregung dieser unerwarteten Beerdigungszeit endlich einmal von den Schwestern ins Vertrauen gezogen zu werden. Mehr noch, sie wusste, dass sie sich ihres Motivs sicher waren und absichtlich die erwartete Befriedigung verweigert hatten. „Is’ ja nich’ so, als wär’ ich jemand von diesen neugierigen Leuten, die ihre Nase ständig in die Angelegenheiten andrer stecken“, sagte sie mitleidig zu sich; „sie hätten wenigstens einmal gute Nachbarn sein können, mein ich.“ Jeder würde am nächsten Tag eine Frage parat haben, denn es war bekannt, dass sie sich sklavisch aufgeopfert hatte seit der Nachricht vom plötzlichen Tod des alten Kapitän Knowles in seinem Bett, durch einen Schlaganfall, dem letzten von dreien, die ihn im Verlaufe eines oder zweier Jahre von einem starken alten Mann zum zittrigen, an den Rollstuhl gefesselten Krüppel gemacht hatten. 

Mrs. Downs schritt tapfer über die dunkle Landstraße; eine halbe Meile entfernt konnte sie ein Licht in ihrem eigenen Küchenfenster sehen, und sie hielt nicht an, weder um die durchdringende Feuchtigkeit noch die schattigen Wälder zu ihrer Rechten zu beachten. Es war eine wolkenverhangene Nacht, aber über den freien Feldern lag ein trübes Licht. Sie hatte eine Gemütsneigung hin zu den aufregenden Umständen von Tod und Begräbnis und war in solchen Zeiten bei den Nachbarn gefragt; darin war sie wie ein Stadtmensch, der die Tragödie der Komödie vorzieht, doch da es in ihrer Reichweite nicht den Schein gab, machte sie das Beste aus der Betrachtung von echtem Leid und Tod.

Jemand kam ihr auf der Straße entgegen; plötzlich hörte sie Schritte. Die Gestalt hielt an, ging dann weiter vorwärts.

„Oh, du bist es, oder?“ in einem Ton der Enttäuschung. „Ich hab damit gerechnet, dass du die ganze Nacht wegbleibst, es is’ so spät geworden, und ich wollt grade rüber zu den Knowles-Mädels gehen; na ja, um so zu fragen, wie’s ihnen geht und – “ Mr. Peter Downs rechnete offensichtlich mit seinem Besuch.

„Diese Ehre haben sie mir nie erwiesen“, erwiderte seine Frau. „Ich muss schon sagen, ich bin nich’ scharf darauf gewesen, nach Haus zu gehen; ich bin richtig erschöpft, weil ich soviel auf den Beinen gewesen bin. Ich bin beinah böse auf sie gewesen, weil sie mir so deutlich gezeigt haben, dass meine Abwesenheit besser als meine Gesellschaft wär’. Aber ich weiß nich’, ich nehm’s ihnen nich’ übel; sie wollen sich umschauen und sehen, was sie gekriegt haben, und irgendwie mit sich allein sein, denk ich. Das is’ normal.“

Mrs. Downs wusste, dass ihr Ehemann ihre anfänglichen Erklärungen missbilligen würde, da er ein empfindsamer und murrender Mann war. Sie hatte die versöhnliche Angewohnheit entwickelt, ihre Bemerkungen seinem Standpunkt anzupassen, um einen Ausbruch zu verhindern. Er stellte sich damit zufrieden, indem er die Knowles-Mädchen rücksichtslos nannte, und fragte direkt, ob sie irgendein Wort über ihre Lage hätten fallen lassen, aber Martha Downs sah sich gezwungen zu verneinen.

„Is’ Enoch Holt da gewesen, als die Leute vom Grab zurück gekommen sind?“

„Is’ er nicht; sie haben ihn aber auch nie ermutigt.“

„Er hat gut ausgesehen, muss ich sagen,“, fuhr Peter Downs fort. „Er hat den übernächsten Platz hinter uns in der Prozession eingenommen, neben Melinda Dutch, und is’ mit ihr hin und zurückgegangen, hat ihr seinen Arm gereicht, und dann hab ich ihn nich’ mehr gesehen, als wir zurück waren; aber ich hab gedacht, er ist vielleicht irgendwo im Haus, und ich bin draußen bei der Scheune und so gewesen.“

„Sie sind freundlich zu ihm gewesen. Ich bin dabei gewesen, als er gekommen is’, bin grad aus der Schlafkammer getreten, als wir damit fertig waren, den alten Käpten in seinen Sarg zu legen. Hannah hat wirklich erfreut ausgeschaut, als sie Enoch gesehen hat, als ob sie ihn wirklich nich’ erwartet hätt’, aber Betsey hat ihre Hand ausgestreckt, als wär’ die das Ende von ’nem Brett, und hat’n noch ernsteres Gesicht als sonst gezogen. Na, sie haben normale Gefühle. Bei allem, was man über ihn sagen konnt’, is’ er doch nun mal ihr Vater gewesen, das war der Käpten, und ich weiß nich’, aber auf seine Weise is’ er klug für sie gewesen, außer als er Hannah enttäuscht hat, als es um ihre Heirat mit Jake Good’in gegangen is’. Sie hat auch gelernt, den Weitblick des alten Käpten zu schätzen.“

„Meine Güte, Marthy, wie du mit der einen Hand die Leute umhaust und sie dann mit der andern wieder hochziehst“, lachte Mr. Downs leise. Als nächstes sprachen sie über das Aussehen des Kapitäns, als er aufgebahrt im Vorderzimmer lag, ein Thema, das mit seinen endlosen Verästelungen das Interesse der gesamten Nachbarschaft in den kommenden Wochen aufrechterhalten würde.

Eine Stunde später verschwand das funkelnde Licht im Haus der Downsens plötzlich. Als Martha Downs durch ihr Schlafkammerfenster einen letzten Blick nach draußen warf, konnte sie kein anderes Licht sehen; die Nachbarn waren alle zu Bett gegangen. Es war kurz nach neun, und die Nacht war feucht und still.

 

II.

Das Haus von Kapitän Knowles stand östlich von dem der Downsens, und eine kleine Kurve in der Straße und ein Hartholzgewächs versteckten das eine Haus vor dem anderen. Zu dieser ungewöhnlich späten Stunde saßen die ältlichen Schwestern noch in ihrer warmen Küche; es lagen leuchtende Kohlen unter dem singenden Teekessel, der an drei oder vier langen Kesselhaken vom Arm hing. Betsey Knowles hatte etwas dagegen, als ihre Schwester anbot, mehr Holz nachzulegen.

„Vater mocht’ es nie, ein großes Feuer brennen zu lassen, obwohl er genau hier in der Schlafkammer geschlafen hat. Du erinnerst dich, dass er gesagt hat, der Fußboden wäre einer, bei dem sich das Feuer leicht entzünden und ausbreiten täte.“

„Im nächsten Winter können wir nach unten ziehen und die Schlafkammer übernehmen – das is’ wärmer für uns“, schlug Hannah vor; aber Betsey schüttelte unsicher ihren Kopf. Der Gedanke an das Grab ihres alten Vaters, unbewacht und unverteidigt in dem äußersten dunklen Feld, erfüllte ihre Herzen mit einer seltsamen Empfindsamkeit. Sie waren seine pflichtbewussten, geduldigen Sklavinnen gewesen, und es erschien wie Untreue, die arme Gestalt verlassen zu haben, dazusitzen unter Missachtung der tausend Erfordernisse und Dienste der Vergangenheit. Zudem standen sie vor einer freien Zukunft; sie waren endlich ihre eigenen Herrinnen, obwohl über sechzig Jahre alt. Hannah war im Herzen immer noch ein Kind. Als Betsey das Holz verbot, verscheuchte Hannah den schrecklichen Verdacht, dass diese ältere Schwester, die die Ansichten ihres Vaters favorisiert hatte, seinen Platz als strenger Herrscher des Haushalts einnehmen könnte.

„Betsey“, sagte die jüngere Schwester plötzlich, „wir holen uns doch nächsten Winter ’nen Herd, oder? Ich hoff, wir holen uns doch was, womit wir was anfangen können?“

Betsey antwortete nicht; es war unmöglich zu sagen, ob sie wirklich trauerte oder es nur vorgab. Sie war die meiste Zeit nüchtern und still gewesen, seit sie Nachbarin Downs vertrieben hatte, auch wenn sie die dahergeplapperten Fragen ihrer Schwester mit Geduld und Mitgefühl beantwortete. Nun erhob sie sich von ihrem Stuhl und ging zu einem der Fenster, und, die Scheibengardine zurückschiebend, zog sie den hölzernen Laden zu und hakte ihn ein.

„Ich geh jetzt noch nich’ ins Bett“, erklärte sie. „Ich hab gewartet, um sicherzugehen, dass niemand mehr reinkommt. Ich weiß nich’, ob es ’ne bessere Zeit gibt, um in die Kiste zu schauen und nachzusehen, was wir haben, worauf wir uns verlassen können. Tagsüber haben wir nie die Möglichkeit dazu.“

Einen Moment sah Hannah erschrocken aus, nickte dann, wandte sich zum gegenüberliegenden Fenster und zog unter einigen Schwierigkeiten den Laden zu; er war immer festgeklemmt und verhakt und ein Ärgernis gewesen – ein verzogenes Stück Roteiche, wo doch langfasrige Weymouth-Kiefer die Kraft und Geduld dreier Generationen der Familie Knowles geschont hätte. Dann durchquerten die Schwestern die Küche und öffneten die Schlafkammertür. Hannah zitterte leicht, als ihr die kältere Luft entgegenschlug, und ihr Herz klopfte laut. Vielleicht erging es Betsey ebenso.

Die Schlafkammer war sauber und ordentlich für die Trauergäste hergerichtet worden. Anstelle der blauen, selbstgesponnenen gab es eine schön gesteppte weiße Überdecke, die Teil der Ausstattung ihrer Mutter gewesen war, und dies ließ die Bettstatt mit ihren vier niedrigen Pfosten fremdartig und eindrucksvoll wirken. Das Lampenlicht schien durch die Küchentür hinter ihnen, bestenfalls nicht sehr hell, aber Betsey reichte unter das Bett, und mit all der Kraft, die sie aufbieten konnte, zog sie das Ende einer großen Seemannskiste hervor. Gemeinsam zogen und schoben die Schwestern und mühten sich nach Kräften, bevor sie sie endlich durch die enge Tür in die Küche schafften. Der Ernst der Handlung ließ sie beide flüstern, als sie sprachen, und Hannah wagte nicht zu sagen, was in ihrem furchtsamen Herzen vorging – dass sie lieber mutig bei Tageslicht einer Entdeckung entgegengetreten wäre als diesem Gefühl, mitten in der Nacht missbilligend beobachtet zu werden. Draußen vor dem Haus ertönte ein leises Geräusch, das sie ängstlich zu Betsey blicken ließ, aber Betsey blieb ruhig.

„Es is’ nichts weiter als’n Stock, der vom Holzstapel gefallen is’“, antwortete sie mit verächtlichem Flüstern, und die jüngere Frau war beruhigt.

Betsey griff tief in ihre Tasche und fand einen großen Schlüssel, der vom Gebrauch glatt und hell wie Silber geworden war und nicht einmal ihren sicheren Hände je bereitwillig anvertraut worden war. Hannah hielt die Lampe, und die beiden dünnen Körper beugten sich gespannt über den Deckel, als er aufging. Ihre Schatten wogten über die niedrigen Wände und sahen wie fremde Gestalten aus, die sich hinter ihnen verbeugten und tanzten.

Die Kiste war stabil gezimmert, als wäre sie in irgendeiner Schiffswerft gebaut worden, und sie hatte schwere schmiedeeiserne Scharniere und ein großes Wappenschild für das Schlüsselloch, das der Schiffszimmermann ausgehämmert haben könnte. Oben hatte jemand die gekreuzten Linien für das Spiel „Fuchs und Gänse“ tief eingekratzt, und das sah banal und respektlos aus und könnte vielleicht die unverzeihliche Schuld irgendeines gelangweilten Schiffsjungen gewesen sein. In unvorsichtigen Zeiten hatten die Schwestern sich kaum die Kiste anzusehen getraut oder ihr Wissen um deren Existenz angedeutet. Jahr für Jahr hatten sie vorsichtig darum herumgefegt und sich gefragt, ob sie tatsächlich voller Gold war, wie die Nachbarn gerne anzudeuten pflegten; aber wie viel seinen Weg auch hineingefunden haben mochte, wenig hatte den Weg herausgefunden. Ihr ganzes Leben waren sie um Geld verlegen gewesen und hatten infolgedessen eine wunderbare Fähigkeit für das Spinnen und Weben, Stopfen und Fertigen entwickelt. Ihr kleiner Bauernhof war ein frühes Beispiel für intensive Landwirtschaft; sie durften seine Produkte nur geizig verwenden, aber das Geld, welches für Wolle, für Heu, für Holz und für Sommergetreide gezahlt wurde, war alles in die Kiste gegangen. Der alte Kapitän war ein harter Herr; er lobte selten und tadelte häufig. Hannah zitterte vor ihm, aber Betsey stellte sich ihm standhaft, da sie ihm überraschend ähnlich war, nur mit einem femininen Unterschied; so ähnlich eine Beherrschte einem Herrscher sein kann, denn die Schule des Lebens hat den Mann anzugreifen, die Frau nur zu verteidigen gelehrt. In der Kiste befand sich ein sagenhafter Betrag an Prisengeldern neben den schmalen Einkünften der vielen Jahre; die ganze harte Arbeit und Selbstaufopferung der Schwestern lag da in Geld und daneben eine mysteriöse großzügige Gabe. Ihr ganzes Leben hatten sie sich auf diese Stunde, wenn ihnen alles gehören würde, gefreut.

Im Haus herrschte feierliches Schweigen; die beiden Schwestern waren vor ihren Nachbarn sicher, und es war keine Unterbrechung zu fürchten zu einer solchen Stunde in dieser hart arbeitenden Gemeinde, die müde von der Arbeit des Tages war, welche früh begonnen hatte. Für den Fall, dass jemand an die Tür klopfen kam, waren sowohl die Tür als auch die Fenster fest verriegelt. 

Die gespannten Schwestern beugten sich über die Kiste, sie hielten den Atem an und sprachen mit sanftestem Flüstern.

Mit verstohlenem Schritt kam ein Mann aus dem nahen Wald.

Er hielt an, um zu horchen, kam näher, hielt wieder an und kroch dann nah an das alte Haus heran. Er stieg auf den Holzvorrat neben dem Fenster mit dem verzogenen Laden; ein Astloch war darin, oben, hoch über den Köpfen der Frauen. Als sie sich eifrig über die Kiste beugten, beobachtete sie ein wissbegieriges Auge. Wenn sie sich misstrauisch in die Richtung umgedreht hätten, hätte das Auge vielleicht das Flackern der Lampe aufgefangen und sich selbst verraten. Nein, sie waren zu beschäftigt: das Auge am Laden beobachtete und beobachtete.

Die Schwestern spürten eine gewisse Erleichterung im Herzen, weil der Inhalt der Kiste auf den ersten Blick so gewöhnlich war. Da gab es einige alte Besitztümer des Vaters, die auf seine frühe Fahrenszeit zurückdatierten. Sie entfalteten ein oder zwei Westenstoffe mit gemustertem Zeugs drauf, die sie ihn wieder und wieder hatten falten und weglegen sehen. Einmal hatte er Betsey ein farbenprächtiges Seidentuch aus China gegeben, und hier waren noch zwei ähnliche. Sie hatten nicht gewusst, welche Fülle an Schätzen sie erwarten würde, aber bis jetzt war die Wirklichkeit enttäuschend; zunächst einmal gab es viel Leerraum, und die Sachen sahen zerdrückt und nach wenig aus. Es gab Bündel von Papieren, alte Rezepte, einige Briefe in zwei nicht sehr dicken Bündeln, ein paar alte Rechnungsbücher mit abgenutzten Ecken und eine schwarz angelaufene silberne Büchse, die, verglichen mit ihren Erwartungen, sehr klein aussah, denn es war ein von dem alten Mann eifersüchtig gehortetes und verborgenes Erbstück. Die Frauen bekamen das Gefühl, als beugte sich seine magere, wütende Gestalt mit ihnen über die Seemannskiste.

Sie öffneten ein Päckchen, das in vielen Lagen alten weichen Papiers eingeschlagen war – ein bearbeitetes Stück indischen Musselins und ein bestickter Schal, die sie nie zuvor gesehen hatten. „Er muss sie für Mutter mit nach Haus gebracht haben“, sagte Betsey mit einem großen Gefühlsausbruch. „Er war nie wieder derselbe; er hätt’ die Sachen nie jemand anders gegeben, als er erfahren hatte, dass sie tot war, armer alter Vater!“

Hannah betrachtete die Schätze nachdenklich. Sie wies sich für ihren Egoismus zurecht, aber sie dachte an ihre ärmliche Mädchenzeit und die Freude, die diese Dinge ihr bereitet hätten. Ach, ja! – nun war es zu spät für viele Dinge, abgesehen von dem mit einem Zweigmuster verzierten Musselin. „Wenn ich noch mal so jung wie damals wär’, ’s gäb viele Dinge, die ich gern tun würd’, jetzt wo ich frei bin“, sagte Hannah mit einem sanften Seufzer; aber ihre Schwester wies sie ängstlich zurück – es geziemte sich, dass sie sogar sich selbst gegenüber den Anschein von Trauer bewahrten.

Die Lampe stand auf einem Küchenstuhl am Ende der Kiste und schien voll auf ihre Gesichter. Betsey sah aufmerksam und nüchtern aus, als sie die Schätze des alten Mannes umdrehte. Unter dem indischen Musselin war ein altmodisches Paar Ochsenlederhosen, eine Weste aus einem seltsamen, altmodischen fremden Stoff und eine blaue Jacke mit Messingknöpfen, die als Hochzeitskleidung für den Vater aus Übersee mitgebracht worden war, wie die Frauen wussten. Sie hatten gesehen, wie er sie in großen Zeitabständen hinausgetragen hatte, um sie im Frühlingssonnenschein aufzuhängen; das letzte Mal war er sehr schwach gewesen, und Hannah erinnerte sich, dass sie sie am liebsten aus seinen zittrigen Händen genommen hätte.

„Ich muss sagen, dass wir ihn besser darin eingesargt hätten als in der Robe“, flüsterte sie; aber Betsey gab keine Antwort. Sie kniete immer noch, hielt sich aber gerade und sah weg. Es war offensichtlich, dass sie in ihren eigenen Gedanken versunken war.

„Ich kann auf den ersten Blick nichts andres finden“, murmelte sie. „Diese Kiste wär’ nie so schwer nur von den alten Kleidern. Stopp! Halt das Licht tiefer, Hannah; hier drunter ist noch Platz. Diese Papiere in der Kassette nehmen nur ’nen flachen Teil ein. Oh, du meine Güte! Zeig mal hier hin, ja? Halt das Licht, halt das Licht!“

An der Seite der Kiste war eine verborgene Lade – eine lange, tiefe Stelle, und sie war voller Goldmünzen. Hannah hatte sich in den Stuhl gesetzt, um der Schwester aus dem Weg zu sein. Sie hielt die Lampe mit der einen Hand und nahm die Schürze mit der anderen in ihrem Schoß zusammen, während Betsey aufgeregt und habichtäugig handvoll auf handvoll der schweren Münzen herausnahm, sie klimpern und klirren ließ, im Strahl der Lampe glänzen ließ, sie über den Fußboden rollen ließ – Guineen, Dollars, Dublonen, altes französisches und spanisches und englisches Gold!

Jetzt, jetzt! Seht hin! Das Auge am Fenster!

Endlich haben sie alles gefunden; die Tasche mit Silber, die dicke Rolle mit Banknoten und das schwere Gewicht des Goldes – das Prisengeld, das wie Robinson Crusoes in der Höhle gewesen war. In jener Nacht waren sie reiche Frauen; ihre Gesichter wurden wieder jung, als sie Seite an Seite saßen und jubelten, während es in der Küche kalt wurde. Es gab nichts, was sie im Rahmen ihrer bescheidenen Ambitionen nicht würden tun können; sie waren nun vermögende Frauen und ihre eigenen Herrinnen. Endlich begannen sie zu leben.

Der Beobachter draußen war verkrampft und verfroren. Vorsichtig ließ er sich von der hohen Stufe des winterlichen Holzvorrates hinunter und schlich zur Scheune, wo er sich vielleicht im Heu verkriechen und nachdenken würde. Seine Finger waren schnell darin, den Haken zu finden, der die kleine Scheunentür öffnete; die Tiere darin waren erschrocken und stampften mit ihren Hufen, dann fielen sie zurück in den Schlaf. Die Nacht rückte vor; der leichte Frühlingsregen begann zu fallen, und das Geräusch davon auf dem Hausdach nahe über dem Bett der Schwestern lullte diese schnell in den Schlaf. Zwölf, ein, zwei Uhr gingen vorbei.

Sie hatten das Geld und die Kleider und die kleineren Dinge und Schätze zurückgelegt und die Kiste zurück in die Schlafkammer gezogen, so dass sie von der Küche aus nicht zu sehen war; die Schlafkammertür war tagsüber stets geschlossen. Die jüngere Schwester wollte das Geld in ihr gemeinsames Zimmer bringen, aber Betsey verachtete solche Vorsicht. Das Geld war in der alten Kiste immer sicher gewesen, und dort sollte es bleiben. In der nächsten Woche würden sie nach Riverport fahren und es auf die Bank tragen; es hatte keinen Sinn, die Zinsen noch länger zu verlieren. Weil ihr Vater in seiner frühen Jugend etwas investiertes Geld verloren hatte, hieß das nicht, dass jede Bank unehrlich war. Betseys Durchsetzungsvermögen war erstaunlich, aber sie flüsterten immer noch, als sie sich fürs Bett fertig machten. Mit eigenartiger Vergesslichkeit hatte Betsey den Schlüssel für die Kiste auf die weiße Überdecke in der Schlafkammer gelegt und dort gelassen.

 

III.

Im August jenes Jahres ging die gesamte Landbevölkerung zum Gericht.

Die Schwestern waren eine Nacht lang reich gewesen; am Morgen erwachten sie, um zu entdecken, dass sie wieder arm waren, mit dem bitteren Schlag einer Armut, von der sie nie geträumt hätten. Sie hatten wenig gesagt, aber plötzlich wurden sie bedrückt und alt. Sie konnten nicht sagen, wie viel Geld sie verloren hatten, außer dass Hannahs Schoß voll Gold gewesen war, ein Gewicht, das sie weder heben noch tragen konnte. Nach ein paar Tagen stumpfer Qual waren sie zum obersten Juristen in ihrer Nachbarschaft gegangen, um Enoch Holt des Raubes zu beschuldigen. Sie zogen ihre besten Kleider an und gingen ernst nebeneinander über die Felder und die Straße auf dem kürzesten Weg zum Mann des Gesetzes. Enoch Holts Tochter sah sie vorübergehen, als sie in ihrer Tür stand, und spürte einen kalten Schauder durch ihren Körper laufen, wie bei einer schlimmen Vorahnung. Ihr Vater war nicht zu Hause; am Nachmittag von Kapitän Knowlesens Beerdigung war er spät nach Boston aufgebrochen. Am Tag vorher hatte er Nachricht von der Ankunft eines Schiffes erhalten, an dem er einen Anteil von einem Zweiunddreißigstel besaß; es war die Rede davon, das Schiff zu verkaufen, und der Agent des Eigners hatte ihn herbestellt. Es war ihm schwer gefallen, zur Beerdigung zu gehen, denn er und der alte Kapitän standen auf schlechtem Fuß miteinander, seit sie zusammen ein Stück Waldland gekauft hatten und der Kapitän erklärte hatte, beim Abrechnen betrogen worden zu sein. Schon damals hatte er begonnen, schwächer zu werden, und hatte das Geschäft in die Hände des jüngeren Mannes gelegt. Enoch Holt war kein verlässlicher Mann, trotzdem war er niemals zuvor offen der Unehrlichkeit bezichtigt worden. Er war kein Fachmann für Religion, aber Erster bei weltlichen Kirchenangelegenheiten. Die meisten Menschen in der Region waren hart; es war schwierig, an Geld zu kommen, und es gab wenig echten Trost in einer Gemeinde, in der die strengere, verletzendere, abstoßendere Seite des Lebens von Neuengland so gut veranschaulicht war.

Die notwendigen Schritte waren von den Amtsträgern des Gesetzes unternommen worden, und in Antwort auf das Schreiben erschien Enoch Holt sehr erschrocken und sehr indigniert und wurde auf Kaution entlassen, die der Summe entsprach, welche seine Schifffahrtsbeteiligung ihm eingebracht hatte. Die Wochen hatten sich hingezogen, Juni und Juli vergingen nur langsam, und endlich war der Gerichtstag da, und die ganze Stadtbevölkerung hastete auf Hauptstraßen und Nebenstraßen zum Gerichtsgebäude. Die Knowles-Mädchen waren bei Tagesanbruch aufgestanden und den Weg wie zwei der drei Parzen standhaft zu Fuß gegangen: wer würde die Dritte sein, um das Band zum Unglück ihres Feindes zu zerschneiden? Die öffentliche Meinung war geteilt. Es gab viele Stimmen, die bereit waren, für die Seite des angeklagten Mannes zu sprechen; ein intelligent aussehender Bekannter verließ sein Geschäft in Boston, um zu schwören, dass Holt am Tag nach dem Raub vor zwölf Uhr in seinem Büro gewesen war, und dass er den größten Teil der Nacht in Boston verbracht hatte, wie mehrere kleinere Einzelheiten ihres Gesprächs bewiesen. Was Holts junge verheiratete Tochter anlangte, war sie bei den Städtern beliebt, und ihr Ehemann war auf See und seit zwei Wochen überfällig. Sie saß auf einer der harten Gerichtsbänke mit einem kleinen Kind in den Armen, das nach dem Lossegeln seines Vaters geboren worden war; sie war mehr oder weniger glücklos gewesen, die Familie Holt, obwohl Enoch selbst ein Mann der Prahlerei und Polterei war.

Den ganzen heißen Augustmorgen bis zur Mittagspause und den ganzen heißen Augustnachmittag verfolgte die von Fliegen geplagte und von der schweren Luft elende Menge der Nachbarn den Prozess. Es wurden nicht viele Indizien vorgebracht; jeder wusste, dass Enoch Holt den Leichenzug eilig verlassen hatte und mit dem Pferd nach Boston geritten war. Mehr als das wusste seine Tochter nicht. Der Mann aus Boston legte ungeduldig Zeugnis ab, und ein oder zwei Personen bestanden darauf, dass sie den Angeklagten bei Einbruch der Dunkelheit auf seinem Weg mehrere Meilen von seinem Haus gesehen hatten.

Als die Zeugenaussage gemacht wurde, schien alles seine Unschuld zu beweisen, doch die öffentliche Meinung fiel gegenteilig aus. Die Knowles-Schwestern sahen von Stunde zu Stunde ernster und grauer aus; ihre Rache war nicht zu befriedigen; ihre Anklage war angehört und für unzureichend befunden worden, aber ihr instinktives Wissen um die Sache zählte nichts. Sie mussten durch das Astloch im Fensterladen beobachtet worden sein; niemand hatte es bemerkt, bis Enoch Holt vor einigen Jahren davon gesprochen hatte, wie das Licht in einer Winternacht hindurch schien, als er zu dem Haus kam. Der Hauptbeweis bestand darin, dass niemand anders die Tat vollbracht haben konnte. Aber warum sich mit pros und cons aufhalten? Das Gericht kam unmittelbar mit dem Urteil „nicht erwiesen“ zurück, und die müden Zuhörer verließen das Gerichtsgebäude.

Aber nicht bevor Hannah Knowles mit wütendem Blick aufgestanden war.

Die strengere Schwester versuchte sie zurückzuhalten; jedermann sagte, sie hätten vielleicht von Betsey erwartet, die schrecklichen Worte zu hören, die folgten, nicht von ihrer sanfteren Begleiterin. Es war Hannah, die, gebrochen und enttäuscht, in einer fremden hohen Stimme losschrie, als Enoch Holt ohne einen Blick vorbeiging:

„Du hast’s gestohlen, du Dieb! Du weißt’s im Grunde deines Herzens!“

Der überraschte Mann zögerte, dann sah er die Frauen an. Die Leute, die in der Nähe standen, schienen aus Augen zu bestehen, als sie starrten, um zu sehen, was er sagen würde.

„Ich schwör bei meiner rechten Hand, ich hab’s nie angerührt.“

„Verdammt sei deine rechte Hand!“ schrie Hannah Knowles und wurde groß und lang wie eine weiße Flamme, die emporstrebte. „Verdammt sei deine rechte Hand, deine und all derer, die dir nachkommen! Möge ich diesen Tag erleben!“

Die Leute zogen sich zurück, als sich für einen Moment Angeklagter und Anklägerin von Angesicht zu Angesicht gegenüberstanden. Dann wurde Holts gerötetes Gesicht weiß, und er  wich vor dem Feuer in den wilden Augen zurück und ging unbeholfen durch den Gerichtssaal weg. Niemand folgte ihm, niemand schüttelte ihm die Hand oder sagte dem Freigesprochenen, dass er froh über seine Entlassung wäre. Eine halbe Stunde später machten sich Betsey und Hannah Knowles auf den Heimweg, um mit einer neuen harten Arbeitsrunde zu beginnen. Der Horizont, der sich für eine Nacht mit solcher Glorie geweitet hatte, hatte sich wieder wie eine eiserne Wand um sie geschlossen.

Betsey war besorgt und erregt über das untypische Benehmen ihrer Schwester, und von Zeit zu Zeit betrachtete sie sie ängstlich. Hannah war diejenige mit dem härteren Gesicht von beiden geworden. Ihre Enttäuschung war umso größer, weil sie bis zu jenem düsteren Morgen, als sie entdeckten, dass die Seemannskiste durchwühlt und der Schatz verschwunden war, mehr an unbefriedigten Wünschen aus ihrer Mädchenzeit in sich trug.

Betsey sagte zusammenhanglos, es sei traurig, dass sie nicht das schwarze Seidenkleid bekommen hätte, das sie ohne etwas anderes dazu hätte tragen können. Sie hatten darüber gesprochen, als sie sich über die offene Kiste gebeugt hatten, und Hannahs sollte in einem schönen Grün sein. Sie hätten es vielleicht im Gericht tragen können. Aber selbst die traurige Witzigkeit ihrer älteren Schwester brachte kein Lächeln auf Hannah Knowlesens Gesicht, und am nächsten Tag saß die eine wieder am Webstuhl und die andere am Spinnrad. Die Nachbarn sprachen mit Grausen über den Fluch; in ihren Gedanken wurde aus den bitteren Worten ein trauriger Schicksalsstoff gesponnen.

Die Knowles-Schwestern hatten nie Seidenkleider getragen und würden es auch nie. Manchmal würde Hannah oder Betsey heimlich in Abwesenheit der einen oder anderen einen Blick auf die Kiste werfen. Eines Tages, als Betsey sehr alt und ihr Verstand schwach geworden war, band sie sich ihr eigenes indisches Seidentuch um den Hals, aber sie benutzten nie die anderen beiden. So lange sie lebten, lüfteten sie jeden Frühling einmal den Hochzeitsanzug. Sie waren beide zu alt und verloren, um etwas aus dem indischen Musselin zu nähen. Niemand weiß, wie viele Male sie alles aus der schweren alten klemmenden Kiste nahmen und in jeden Winkel und jede Ecke spähten, um zu sehen, ob dort nicht ein einzelnes Goldstück zurückgelassen worden war. Sie antworteten nie jemandem, der sich herausnahm, über ihr Unglück zu sprechen.


IV.

Enoch Holt war in seinen jungen Jahren ein Seemann gewesen, und es gab die Neuigkeit, dass die Eigner eines Schiffs aus Salem, an dem er einen kleinen Anteil hielt, ihn gerne als Frachtbegleiter hätten. Er war kräftig und bei guter Gesundheit, und seinem Schwiegersohn, einem ehrenwerten, aber glücklosen Burschen, war es weniger gut als sonst gegangen, so dass niemand überrascht war, als Enoch Vorbereitungen für seine Reise traf. Es war beinah ein Jahr nach dem Diebstahl und nichts hatte ihn der öffentlichen Beliebtheit so nahe zurückgebracht, wie sein offensichtlicher Mangel an Bargeld. Er sagte offen, dass er große Hoffnung auf sein gewagtes Unternehmen zu den Molukken setze, und als er eines Sonntags einigen Mitgliedern der sich zerstreuenden Glaubensgemeinde Lebwohl sagte, wünschte ihm mehr als eine Person von Herzen eine angenehme Reise und sichere Heimkehr. An dem Tag hatte er einen schmeichlerischen Ton in seiner Stimme und einen bittenden Blick, und diese Tatsache, zusammen mit seiner wahrscheinlich langen Abwesenheit und den Gefahren der Meerestiefen, trug ihm viele Sympathien ein. Es ist eine Schande, einen Mann fälschlich zu beschuldigen, und Enoch Holt hatte sich seit dem Prozess gut benommen; und was noch wichtiger war, sein Lebensstandard war nicht gestiegen. So ging er mit vielen guten Wünschen fort, auch wenn ein oder zwei Personen ihren protestierenden Zuhörern versicherten, sie hielten es für wahrscheinlich, dass Enoch eine gute Reise haben würde, besser als üblich, und es zu etwas gebracht haben würde, wenn er wieder zurück im Hafen wäre. Bald nach seiner Abreise besprachen Mrs. Peter Downs und eine vertraute Bekannte bei einer schönen Tasse Tee das stets aufregende Thema des Knowles-Raubes.

Sie waren in der Küche der Downsens und ganz unter sich. Peter Downs war als Geschworener ausgewählt worden und seit zwei Tagen in der Grafschaftshauptstadt. Mrs. Downs gab sich in seiner Abwesenheit gesellschaftlichen Interessen hin, und Mrs. Forder, eine asthmatische, aber sehr gesellige Person, war an diesem Nachmittag gegen zwei Uhr mit ihrem Strickzeug in der Gewissheit eingetroffen, willkommen zu sein. Die beiden alten Freundinnen hatten zunächst über verschiedene Dinge von unmittelbarem Belang gesprochen, aber als das  Mittagessen fast vorüber war, kamen sie, wie bereits gesagt, auf das verlorene Gold der Knowlesens zurück.

„’s war’n schrecklicher Schlach für sie, die armen Mädels“, keuchte Mrs. Forder mitleidig. „’s is’ härter für sie gewesen als für die meisten Leute; sie haben lange mit dem alten Herrn ausgeharrt; sehr launisch, sehr launisch.“

„Ja“, antwortete Mrs. Downs, ihre Teetasse zurückschiebend und dann wieder hochnehmend, um zu sehen, ob sie ganz leer war. „Ja, Hannah hat’s am meisten mitgenommen. Ich hätt’ gedacht, dass Betsey viel halsstarriger wär’ und völlig zerstört sein würde, aber so war’s nich’.“

„Zum Glück sitzen Holts Leute im Bethaus auf ’er andern Gangseite, so dass se sich nich’ sehen müssen, so sicher wie der Sonntach kommt.“

„Ich hab gesehen, wie Hannah und er sich von Angesicht zu Angesicht gegenübergestanden haben, zwei Sabbate bevor Enoch abgereist is’. Es is’ passiert, als er getrödelt hat, um mit Diakon Good’in zu sprechen, und er und Hannah sind voreinander getreten, ehe sie gewusst haben, was sie machen. Ich würd’ sagen, ihre Augen haben genau durch ihn hindurch gesehen. Keiner von ihnen hat das Wort ergriffen; Enoch hat sich ziemlich schnell fortgestohlen.“

„Ich hab die beiden auch gesehen“, sagte Mrs. Forder; „hat mein Blut gefrieren lassen.“

„Bis jetzt is’ nach dem Fluch nichts nachgekommen“, – Mrs. Downs senkte ihre Stimme, – „zumindest sagen die Leute das. Es macht der armen Phoebe Holt etwas Angst – Miss Dow, müsst’ ich sagen. Den ganzen Prozess lang über is’ sie mit den Nerven runter gewesen, und als ihr nächstes Baby auf die Welt gekommen is’, is’ das erste, was sie mich gefragt hat, ob ’s wahrscheinlich wär’, und sie hat mich mit einem flehenden Blick angesehen, als müsst ich ihr sagen, was sie nich’ das Herz zu fragen hatte. ’Ja, Liebes’, sag ich, ’es hat mir seine Händchen entgegengestreckt, als ob er was bräuchte’; und sie hat mir ’nen Blick zugeworfen wie ein ganz anderer Mensch, so froh und zufrieden.“

„Ich nehm’ an, du siehst die Knowles-Mädels nich’ oft?“ fragte Mrs. Forder, die zwei Meilen entfernt in der anderen Richtung lebte.

„Gestern sind sie an die Tür gekommen, als ich vorbeigegangen bin, und ich bin eingetreten und hab ’ne Weile bei ihnen gesessen“, erwiderte die Gastgeberin. „Ihr alter Webstuhl ärgert sie. Ohne Nachzudenken hab ich gesagt, „er is’ ausgeleiert, Betsey’, sag ich; ‚warum um alles in der Welt nimmst du dir nich’ jemanden, der dir was von deinem Holz holt und ablagert, damit es sich nich’ verzieht, so wie meins abgelagert is’, und dir einen neuen baut?’ Aber Betsey hat nur vor sich hingemurmelt und is’ weggezuckt; das hat gar nich’ zu ihr gepasst, aber ich glaub, sie sind bei jeder Bemerkung enttäuscht und kommen sich arm vor, wo sie es mit dem gleichen wie immer zu tun haben. Hannah hustet diesen Frühling, als würd’ sie was plagen. Ich hab sie gefragt, ob sie’n schlimmes Gefühl in ihrer Luftröhre hätt’, und sie sagt ja, das hätt’ sie, aber sie hat nich’ vor Betsey drüber sprechen wollen. Ich will ihr etwas Andorn zubereiten und Alant, sowie der Boden schön und warm is’ und die Wurzeln wieder mehr Kraft haben. Am Frühlingsanfang sind sie schlaff und schrumplig. Mit Melasse zu einem Sirup geköchelt würden sie doch helfen; meinst du nich’ auch, Miss Forder?“

„Ausgezeichnet“, erwiderte die keuchende alte Frau. „Mich verlangt selbst nach ’ner Portion, jetzt wo de’s sachst. Nichts heilt meine Leiden, aber’n neues Mittel wirkt manchmal Wunder und verschafft mir ’ne Weile Erleichterung.“ Und sie seufzte klagend und begann wieder zu stricken.

Mrs. Downs stand auf, schob den Esstisch an die Wand und zog ihren Stuhl näher an den Ofen heran. Die Aprilnächte waren kühl.

„Meine Leute kommen mich heut aber spät holen“, sagte Mrs. Forder demonstrativ. „Ich kann aber auch gleich zugeben, dass ich ihnen gesacht hab, wenn se mit der Arbeit spät dran sind, bräuchten se mich nich’ abzuholen, und ich würd’ am nächsten Morgen nach Haus geh’n; würd’ mir Zeit lassen, wenn ich ausgeruht wär’. Ich mein natürlich, wenn’s dir keine Umstände macht: ich hab gewusst, dass de allein sein würdest, und ich hab irgend’ne Abwechslung gebraucht.“

„Genau das wollt ich grad sagen, als wir am Tisch gesessen haben“, gestand Mrs. Downs gastfreundlich. „Ich hab eigentlich keine Angst, aber ’s is’ schon irgendwie gruselig, abzuschließen und allein ins Bett zu gehen. Niemand kann einen hören und jedes kleinste Geräusch erschreckt einen. Ich hab nie auch nur mal nich’ dran gedacht, bis die Knowlesens ausgeraubt worden sind.“ 

„Das is’ rätselhaft gewesen, da stimm ich zu“, räumte Mrs. Forder freundlich ein. „Manchmal überkommt’s mich, dass es vielleicht nich’ Enoch gewesen is’; er hätt’ im Lauf der Zeit mehr Geld ausgegeben. Ich wart ab und seh’, ob es bei dieser Reise besonders gut läuft, bevor ich mich mit dem Gedanken abfind’, dass seine Hände sauber sind.“

„Viele haben gedacht, dass es der alte Käpten war, der wegen dem Gold zurückgekommen is’ und es weggezaubert hat. Genug haben gesagt, dass es kein ehrlich verdientes Geld war; das meiste davon waren Prisengelder für Sklavenschiffe, und alles mögliche Teufelsgold war darunter. Ich glaub, du hast das auch gehört?“

„Immer wieder“, antwortete Mrs. Forder; „und das schlimmste is’ gewesen, dass der dumme alte Papa Flanders hingegangen is’ und den Knowles-Mädels gesacht hat, dass die Leute dächten, der alte Käpten wär’ zurückgekehrt und hätt’ sich’s geholt, und Hannah hätt’ unrecht getan, Enoch Holt und seine Nachfahren zu verfluchen, so wie se’s getan hat.“

„Ich denk, es hat sie schrecklich mitgenommen, nach allem, was sie durchgemacht hat“, sagte Mrs. Downs mitleidig. „Er is’ nicht ganz so dumm wie er hässlich is’, dieser Papa Flanders. Ich hab ihn hier sitzen und die Zeitung lesen sehen, vernünftig wie jeder andre, als ich meine Morgenarbeit im Stall erledigt hab, und als ich zurückkomm’, um nachzusehen, verdreht er sie mit den Händen und rollt mit den Augen und fängt mit seinem Gebrabbel an. Ich glaub, diese irre redenden Schwachköpfe finden Spaß dran und flüchten vor regelmäßiger Arbeit und haben sich schon so ans Herumstromern gewöhnt, dass es sie verdorben hat.“

„Mein Großvadder is’ in seinen jungen Jahren inne Südsee gewesen“, erzählte Mrs. Forder imponierend, „und er hat gesacht, dort wär’ das Fluchen üblich. Ich mein das todernste Ausstoßen eines Fluchs. Er hat gesehen, wie einer von diesen Schwarzen, der auf’n andern wütend gewesen is’, in die Hütte von dem gegangen is’ und sich hingesetzt und ihn fest angesehen und ihn in Gedanken verflucht hat und dagesessen und ihn beobachtet hat, beobachtet hat, bis der andre irgendwie krank geworden und gestorben is’, alles innerhalb von vierzehn Tagen, hat er erzählt, glaub ich; ’s is’ einem das Blut gefroren, wie Großvadder das erzählt hat. Er hat nichts getan, außer zu sitzen und zu schauen, und die Leute haben ihm ab und zu was zu essen gegeben, als würden se denken, ’s wär’ richtich so, und der andre hat versucht wegzugehen und sich zu vertragen, und zuletzt hat er sich auf die Seite gelecht und is’ gestorben. Ich weiß nich’, wie de’s nennen würdest, was ihn geplacht hat. Ich sach dir, Miss Downs, ’s gibt was am  Wahrsagen und Fluchen, das schlecht is’ für die Leute.“

„Hannahs Augen gruseln mich jetzt immer“, gestand Mrs. Downs unsicher. „Sie sehen nich’ mehr bittend und kindlich aus so wie sie früher getan haben. Mir kommt’s vor, als ob’s für sie am schlimmsten wär’.“

„Wir haben noch nich’ das Ende davon erlebt“, sagte Mrs. Forder nachdrücklich. „Ich fühl’s in mir, Marthy Downs, und’s is’ ’ne furchtbare Sache, dass dies genau mitten unter uns in christlichen Zeiten passiert. Wenn wir lang genuch leben, haben wir im hohen Alter ’ne Menge über das zu reden, was von diesem Fluch noch kommt. Manche Samen scheuen sich zu sprießen bis zu ’nem Frühling, wo der Boden genau richtich zum Keimen is’.“

„Es gibt schon Lobelie“, stimmte Mrs. Downs zu, erfreut darüber, auf eine prosaische und vertraute Ebene herunterzusteigen. „In einem von sechs Jahren werfen sie keine gute Ernte ab, und dann findet man sie an ’ner Stelle, an der man sie noch nie zuvor hat wachsen sehen, nich’ wahr; stimmt’s nich’ wirklich?“ Und sie stand auf, um den Tisch abzuräumen, erfreut über die Gewissheit, diese Nacht einen Gast zu haben. Ihre Konversation war für das Herz einer ängstlichen Frau, die an einem dunklen Frühlingsabend allein in einem abgelegenen Bauernhaus war, nicht beruhigend, besonders so kurz vorm Todestag des alten Kapitän Knowles.


V.

Viele Jahre später in diesem Landleben überquerten zwei ältere Frauen gemeinsam ein offenes Feld, einem Fußweg folgend, den man häufig zwischen den weit voneinander entfernt liegenden Häusern auf dem Land in Neuengland findet. Auf diese kaum benutzten Verbindungswege gehen die Kinder, um zu spielen, und Liebende, um sich zu bekennen, und ältere Leute, um einander in Arbeit und Vergnügen, Krankheit und Trauer zu begleiten; Generation um Generation kommt und geht wieder über diese ländlichen Nebenwege.

Der Fußweg führte von Mrs. Forders Bauernhaus zu einem anderen eine halbe Meile entfernten, wo es eine Hochzeit gegeben hatte. Mrs. Downs war dort, und in dem Juniwetter war sie leicht zu überreden gewesen, zu Mrs. Forder nach Hause zum Tee zu kommen, mit dem Versprechen, sie später am Abend heimzufahren. Mrs. Downsens Ehemann war seit drei Jahren tot, und die große Familie ihrer Freundin lebte weit verteilt vom alten Nest; in ihren späten Jahren waren sie manchmal einsam, diese alten Freundinnen, und fanden es nun sehr angenehm, gemeinsam spazieren zu gehen. Dünne kleine Mrs. Forder, mit all ihrem Geschnaufe, war sie die stärkere und aktivere der beiden; Mrs. Downs war mit fortschreitenden Jahren schwerer und schwächer geworden.

Langsam schritten sie den Fußweg entlang, wobei Mrs. Downs wie ein Seemann rollte und sich jedes Vorwandes bediente, um anzuhalten und Kräuter auf der Weide, die sie überquerten, und das wachsende Gras auf den zu mähenden Wiesen zu betrachten. Sie besprachen die Hochzeit bis ins Kleinste, und dann, als der Weg breiter wurde, gingen sie nebeneinander statt hintereinander, und ihre Stimmen sanken auf die niedrige Lautstärke, die Vertraulichkeit anzeigte.

„Du wills’ nich’ sagen, dass de diese alten Geschichten wirklich glaubst?“

„Im Großen und Ganzen gesehen is’ es kein Zufall, keinesfalls kann man’s mit dem Verstand erklären“, beharrte Mrs. Downs. „Man braucht mir nich’ zu sagen, dass Fluchen weder nichts Gutes noch nichts Böses bringt. Ich würd’ keinen Holt heiraten, wenn ich noch mal jung wär’! Ich erinner’ mich dran, wie dieser junge Mann geboren wurde, der heute geheiratet hat, und das erste, was seine arme Mutter wissen wollt, war, ob seine Hände richtig wär’n. Ich hab ja gesagt, das wär’n sie, aber letztes Jahr ist er zwanzig Jahre alt gewesen, und er is’ von der Front nach Hause gekommen und eine der Hände – seine rechte – war im Kampf weggeschossen. Sie sagen, es wär’ vor den Augen der andern Jungs passiert und deren Beine wären auch ab, aber ich zähl sie an meinen Fingern ab, die Holts, und er is’ der Dritte. Kann sein, dass es nur Zufall war, dass seine Mutter aus ihrem Wagen geschleudert worden is’, als sie vom Gottesdienst gekommen is’, und ihr Handgelenk nich’ richtig eingerenkt war, als sie überrollt worden is’, und sie hätt’ beinah die ganz Hand verloren, aber da is’ sie, versteift und für sie nutzlos. Das war der Zweite. Und Enoch Holt is’ vom Chinesischen Meer gekommen, hat ’ne gute Passage und ’ne Menge Geld im Pfefferhandel gemacht, genau wie wir erwartet haben, und will sich ’n neues Haus bauen, und der Rahmen neigt sich leicht, als sie ihn hochhieven, und schwankt rüber zu ihm und klemmt ihn ein. „Welcher Arm?“ sagt jeder an der Straße, als sie mit dem Doktor kommen und gehen. ‚Rechter – wird ihn verlieren’, sagt der Doktor ihnen, und als Enoch Holt das nächste Mal zum Gottesdienst gegangen is’, is’ er im Gotteshaus mit einem Gesangbuch in seiner linken Hand aufgestanden, und da is’ keine rechte Hand gewesen, um seine Seite umzublättern. Er hat gewusst, was wir alle gedacht haben.“

„Gut“, sagte Mrs. Forder, sehr kurzatmig, weil sie den langen Hang des Weidehügels hinaufstiegen, „ich weiß nich’, aber ich wär’ lieber sie als die Knowles-Mädels. Hannah hat keinen Frieden mehr gekannt, seit se diese Worte im Gerichtsgebäude gesacht hat. Sie sind zurückgekommen und haben se verfolcht, und du weißt besser als ich, Miss Downs, da ihr sozusagen Türnachbarn seid, dass se ein Leben wie wilde Tiere inne Höhle gelebt haben.“

„Normalerweise sind sie nachts rausgegangen, um an die frische Luft zu kommen“, fuhr Mrs. Downs interessiert fort. „Ich hab gewöhnlich ihre Tür aufgemacht und bin geradewegs reingegangen, und ich hab immer ihr Garn und ihren Stoff genommen und es zusammen mit meinem verkauft und hab getan und gemacht für die armen verirrten Geschöpfe, solang sie mich gelassen haben. Sie sind ja so dankbar für eine Mahlzeit aus Früherbsen oder Kartoffeln gewesen, und Peter, er hat ihnen immer Schweinefleisch, frisch und gesalzen, geschenkt, wenn wir geschlachtet haben. Der alte Käpten hat sie Zeit seines Lebens wie Kinder behandelt, und dann sind sie zu alt gewesen, um umzulernen. Hannah hab ich immer am liebsten gemocht, bis diese Veränderung sie getroffen hat. Betsey, sie is’ bis zuletzt dieselbe geblieben. Ich weiß nich’, jetzt, wo ich darüber nachdenk’, ob sie nich’ am meisten von den beiden darunter gelitten hat.“

„Sie haben sich nich’ mal von mir ansehen lassen“, beklagte sich Mrs. Forder. „Einmal haben sich die Leute schlimme Geschichten erzählt. Ich hab gehört, und es überkommt mich dabei immer überall kalt, dass irgendwas zu ihnen gekommen is’ und bei ihnen gelebt hat – ’ne Art schwarzer Schatten, was Spinnennetzartiges in Gestalt von ’nem Mann, der ihnen durchs Haus gefolcht is’ und wie’n Dritter für sie gewesen is’; aber sie haben sich dagegen abgehärtet, nur haben se Angst gehabt, es würd’ ihnen folgen, wenn se außerhalb des Hauses irgendwohin gehen. Du glaubst solchen Unsinn nich’? – Ach was, ich hab dich vorher oft genuch gefracht.“

„Sie haben Schatten genug gehabt, die armen Geschöpfe“, sagte Mrs. Downs reserviert. „Es hat keinen Grund gegeben, sich den Spuk auszudenken, so viel ich weiß. Gut, da sind die jungen Leute, die neu anfangen; ich wünsch ihnen bestimmt alles Gute. Sie mag ihn mit seiner einen Hand mehr als die meisten Mädels einen Mann mit einem guten gesunden Paar Hände. Sie haben ganz glücklich ausgesehen; ich hoff, dass kein Fluch sie verfolgt.“

Die Freundinnen – die armen, kurzatmigen Körper – hielten wieder an, auf dem Kamm des niedrigen Hügels, und wandten sich um, die wilde Landschaft zu betrachten, verwirrt von der unglaublichen Schönheit und der plötzlichen Flut goldenen Abendlichts, das sich über den westlichen Himmel ergoss. Sie konnten sich nicht erinnern, die weite Aussicht je zuvor betrachtet zu haben; es war wie eine Offenbarung oder ein Ausblick auf das himmlische Land, der Anblick ihrer eigenen grünen Bauernhöfe und der sie umgebenden Landschaft. Es war in der Tat ein angenehmes Land, ihr eigenes Neuengland: ihre kleinen Gedanken und eitlen Vorstellungen schienen unbedeutend und ohne Bezug zu einer derartig schönen Szenerie der Dinge. Doch die Gestalt eines Mannes, der unten über die Wiese ging, sah aus wie ein bösartiges schwarzes Insekt. Es war ein alter Mann, es war Enoch Holt; die Zeit hatte ihn verschlissen und gebeugt, genügend, um seinen erbittertsten Feind zufriedengestellt zu haben. Die Frauen konnten seinen losen Mantelärmel flattern sehen, als er langsam und unerwartet in das herrliche Abendlicht ging.

 

Anmerkungen

Originaltitel: In Dark New England Days

Veröffentlicht in The Century Illustrated Monthly Magazine, XL, No. 6, October 1890, S.911-920; außerdem in Sarah Orne Jewetts Erzählband: Strangers and Wayfarers, Houghton, Mifflin 1890, 1896



[1] Bei der ersten Erwähnung wird Mrs. Downs Susan genannt; später im Text heißt sie Martha bzw. mit Kosenamen Marthy





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